Kategorienarchiv: inter religiones

Jun 26

Cui bono – wem nützt es?

Abschlussmeditation zum Abend der Begegnung mit Lehrenden anlässlich der Heiligtumsfahrt 2014 in der Karlskapelle des Domes

Am Ende unserer Begegnung mag ein gewagter Ausblick stehen, denn die alte Frage des Cicero hallt auch in den heiligen Hallen des Domes nach und dringt all denen ins Ohr, die kommen, die heiligen Stoffe anzuschauen. So also auch uns: „Cui bono?“

„Wem nützt es?“ Wem nützen diese Tage des Pilgerns und Schauens? Die Frage nach dem Sinn und nach der Nachhaltigkeit sollte uns neugierig stimmen. Ich möchte Ihnen mit einer kurzen Antwort und einigen Anregungen Dank sagen für Ihre Neugierde, diesen Stoffen begegnen zu wollen. Dass so viele der Einladung des Bischofs heute gefolgt sind hat nicht wenige überrascht. Ich war da eher zuversichtlich, denn ich darf immer wieder erleben in der Begegnung mit den Studierenden, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Typus her sehr neugierige Menschen sind. Und das Geheimnis dieser alten Stoffe stimmt einfach neugierig.

Deshalb erst einmal die kurze einfache Antwort: Uns nützt es. Weil: Uns möchten diese Stoffe zu einer neuen Herausforderung werden. Uns können diese Tücher zu einer neuen Lebensanregung werden. Jenseits aller Emotionen, jenseits aller Feierstimmung könnten uns diese Tücher unseren Glauben und unsere Verantwortung neu und vertieft buchstabieren helfen in dieser Welt, so dass diese Tücher nicht (nur) uns frömmer machen, sondern vor allem unsere Welt menschlicher. Diese Welt könnte  wieder als das wahrgenommen werden, was sie im Ursprung war und heute sein möchte: EINE Welt, eine Heimat für alle Menschen; eine Welt ohne Ausgrenzung, ohne Unterdrückung, ohne Diskriminierung, ohne Hunger und Gewalt. Irreal? Ja vielleicht, aber nicht sinnlos. Deshalb ist die Anschau dieser geheimnisvollen Stoffe so bedeutsam für uns, weil im Blick auf diese wundersamen Stoffe der Blick auf das Wesentliche aufzuscheinen vermag dem, der in die geglaubte Geschichte dieser Tücher hineinschaut.

Was könnten wir sehen (im Kleid Mariens)? Eine entfesselte Zärtlichkeit – Die Zärtlichkeit einer Frau, die die Welt so sehr benötigt, weil die potenzierte Übertreibung der Männlichkeit der zurückhaltenden Kraft der Frau kaum Chancen gibt in dieser Welt. Dies im Umfeld technisch geprägter Hochschulen ebenso wie in einer doch überwiegend  männlich geprägten Kirche zu sagen, verdeutlicht die Brisanz dieser Aussage, die ja keine politische, sondern eine geistliche sein möchte.

Was könnten wir sehen (in den Windeln Jesu)? Eine entzauberte Göttlichkeit – die Zärtlichkeit eines solidarischen Gottes mit den Kleinen, mit jenen also, die ihre Begrenztheiten (und das heißt ja auch) ihre Unkenntnisse nicht verbergen. „Wissen ist Macht“, sagen die einen. „Demut ist machtvoll“ sagen die anderen. Menschlichkeit ist diesem Gott Wert, sich zu verschenken; die Würde des Menschen ist ihm sein Leben wert. Das könnte eine neue Herausforderung sein, Wissen und Demut in Beziehung zu bringen.

Was könnten wir sehen (im Lendentuch des Herrn)? Eine entblößte Unmenschlichkeit: Nacktheit beschämt heute nicht mehr nur, wenn wir dieses Wort biologisch verstehen, Nacktheit ist in Zeiten der unbegrenzten Transparenz in einem viel weiteren Sinne beschämend. Wer nackt ist, ist ausgeliefert.

Zu allen Zeiten ergötzte man sich zu gern an der Nacktheit der anderen. Das Lendentuch ist das letzte Zeichen der Würde. Wenn nicht gierig, so doch teilnahmslos hinnehmend, ergötzen sich die Menschen an der Ungeschütztheit der anderen.

Wer traut sich heute, dem Druck der Masse zu widerstehen und der Lust zu herrschen die Beherrschung und dem Wahn der Mehrheit die Demut der Minderheit entgegenzusetzen?

Was könnten wir sehen (im Enthauptungstuch des Johannes)? Eine enthauptete Macht: Im Tod hat einer der Macht die Stirn geboten, einer despotischen Macht, die den Menschen klein zu halten gewillt war und den Glauben der Menschen zu beherrschen versuchte. Mit Klarheit und entlarvender Hilflosigkeit vertraute dieser Eine der Verheißung des Magnifikats, dass die Mächtigen vom Thron gestoßen und die Niedrigen erhöht, die Darbenden satt und die Gefolterten befreit werden.

„Cui bono?“ Wem nützt es, diese Tücher zu betrachten? Uns nützt es. Und der Welt, die zu schützen wir doch aufgerufen, in einem christlichen Kontext: berufen sind.

Uns allen wünsche ich (wenn Sie mögen) ein entspanntes und nachdenklich stimmendes Nachtgebet und danach eine Nacht, in der der Körper schlafen mag und die Ruhe findet, die er benötigt für die Anforderungen des neuen Tages. Die Psyche, unsere Seele, schläft nicht, sie arbeitet nach, was uns bewegt. Das möge uns in Bewegung halten. Glaube in Bewegung heißt auch: Leben in Bewegung.

 Christoph Simonsen, Hochschulpfarrer und Leiter der Katholischen Hochschulgemeinde Aachen

ein Beitrag aus BeSinnZeit, dem Spiritualitätsprojekt der KHG-Aachen

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Mrz 31

Christlich-Islamischer Dialog

dialogtag-anzeige-webEin ganzer Samstag zum Thema. In Krefeld. Am 10. Mai. Veranstaltet von der Christlich-Islamischen Gesellschaft

Hier sind die Infos. Und dass der Dialog aufblüht, ist Wunsch, ja Zuversicht bei vielen Krefeldern aller Sprachen und Kulturen, die bereits vergangenen Samstag einen „Wald für die Verständigung“ gepflanzt haben. Genauere Flora-infos gibts hier.

 

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Mrz 18

Religion im StadtRaum

IMG_0226Universität, ganz wörtlich und konkret:
nicht nur Theolog-inn-en oder Religionswissenschaftler untersuchen Religion, ihre Phänomene, Inhalte, Traditionen und Umbrüche. Auch Ethnologen, Kulturwissenschaftler-innen blicken mit Interesse und eigener Fach- und Methodenkompetenz auf das Religiöse.

Das Thema dieser Göttinger Tagung ist nicht neu, aber es treffen sich Denkschulen, Kulturen, Sprachräume, Generationen. Welch ein interessanter Start in ein neues Semester. – Wenn dabei noch Fundraising probiert wird: ein Solidarbeitrag für eine Tagungsreferentin aus Indien, ticketgesponsort von vielen, von Gästen der Tagung und von Beobachtern, sich mitfreuen, diesmal nicht teilnehmend, aber vielleicht beim nächsten Mal….
welch ein sharing, welch eine Nähe im globalen Alltag !

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Feb 22

Wo Papst Franziskus zuhause ist… örtlich, geistlich,…

WDR weltweit.. zeigte letzte Woche die Reportage von WDR weltweit. Sie erzählt die Reiseerfahrungen eines Franziskaners, der nach Buenos Aires fährt, und der beschenkter heimkehrt als er je vermutet hätte. – Keine Angst, die Geschichte ist weder kitschig oder eng oder kirchenintern. Sie ist fröhlich, beziehungsreich und .. weit. Weltweit. Gönn Dir dreissig Minuten zuhören!

Foto-rechte: WDR TV

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Jan 30

Mahatma Gandhi

Gandhi, apMahatma Gandhi (* 1869) – eigentlich Mohandas Karamchand Gandhi – war Pazifist, Menschenrechtler, politischer und geistiger Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Sie führte1947 mit dem von ihm entwickelten Plan des gewaltfreien Widerstandes das Ende der britischen Kolonialherrschaft über Indien herbei. Sein Konzept des Festhaltens an der Wahrheit beinhaltete neben der Gewaltfreiheit noch weitere ethische Forderungen wie etwa die Bedürfnislosigkeit. Berühmtes Beispiel des zivilen Ungehorsams war der Salzmarsch 1930 gegen das britische Salzmonopol. Die britische Regierung reagierte hilflos. Gandhi setzte sich besonders für eine Einigung zwischen den rivalisierenden Hindus und Moslems ein, vermochte die Teilung Indiens jedoch nicht zu verhindern. Sein sozialpolitisches Ziel war die Steigerung des Lebensstandards der unteren Schichten und die Aufhebung des indischen Kastensystems. Am 30. Januar 1948 wurde Gandhi in Neu Delhi ermordet. Der sanskritische Ehrenname Mahátma (»Große Seele«) stammt von dem indischen Philosophen und Literaturnobelpreisträger Rabindranath Tagore.
»Mein Glaube an die Gewaltlosigkeit verpflichtet mich zu äußerster Entschlossenheit. Da bleibt kein Raum für Feigheit oder Schwäche … Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken« (Mahatma Gandhi).

Text aus: Te Deum    Foto: AP

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